Kathi’s Blog


by wasserschildkroete
31. August 2009, 01:50
Einsortiert unter: California, San Luis Obispo

Samstag, 29. August 2009

Sitz auf der Terrasse mit Blick auf dem See, komm mir vor wie in der Sauna, trockene Luft, heißer Wind wie ein Haarfön. Michael sitzt mir gegenüber und ist konzentriert am lernen.

Hier nehm ichs ziemlich gemütlich, mach die meiste Zeit über Sachen für die ich daheim oder die letzten Jahre (!) nie Zeit hatte.

Dienstag und Mittwoch hab ich mich meinen Nepalbildern gewidmet, diese aussortiert, im Internet nach einem Fotoblog-anbieter gesucht (das ist ein Fass ohne Boden) und dann am Mittwoch die Auswahl aller Nepalbilder ins Netz gestellt. Ich würde das daheim nie machen, würde mir die Zeit net nehmen. Ich glaub ich nütz die jetzige Motivation aus und stell noch ein paar ältere Bilder online … Jedenfalls hab ich den halben Dienstag und den gesamten Mittwoch im Hangar  bei Michael verbracht! Unglaublich! Ich hab aber noch genügend Zeit die Gegend hier zu erkunden, die läuft mir in den nächsten 10 Tagen nicht davon. Aber am Dienstag Abend sind wir noch auf den Bioshop Peak gelaufen, haben uns beim Sonnenuntergang auf ein Felspitzle gesetzt und die Aussicht genossen (dort oben hab ich mit dem Michael auch etwas wichtiges besprochen – ihr wisst was ich mein …;) )

Wir holten uns auf dem Heimweg noch zwei megagroße, american size Veggy-Pizzas, die waren wahnsinnig gut. Ich glaub ich hab noch nie so eine gute vegetarische Pizza gegessen! Am nächsten Tag aßen wir zu Mittag dann im Hangar die zweite Pizza.

Am nächsten Tag, Donnerstag, wollte ich wieder ein bisschen in die Sonne liegen, es war aber viel zu heiß. Man konnte sich nicht draußen aufhalten. Ich hab also gelesen, und mich an die Panoramabildbearbeitung gemacht. Am späteren Nachmittag bin ich mit dem Rad in den Hangar gefahren. Hab beim Hinfahren Michael im Hubschrauber beobachtet – der Hubschrauber war beleuchtet, blinkte in alle Richtungen und flog im Abendhimmel auf und ab. Sie trainierten Autorotation. Ich war mächtig stolz. Vom Hangar fuhren wir dann gemeinsam mit dem Auto zurück und holten uns bei einem Mexikaner ein fantastisches Abendessen.

Wir schliefen lange aus, fingen an zu frühstücken, als plötzlich zwei Handwerker vor der Türe standen und erschraken, weil dort welche saßen und bei offener Türe frühstückten. Christine war nämlich am Morgen um 7.30 Uhr gekommen um das Haus aufzusperren, wie wir später herausfanden, damit die Handwerker, die einen Treppenlift abbauen sollten, hinein können. Wir sperrten natürlich wieder ab, verdattert über Christines vergesslichkeit, dass sie die Türe offen ließ. Die Handwerker erklärten uns was sie vorhatten und dass sie schon mehrmals vorne geklopft hatten. Michael sperrte ihnen also auf. Während sie arbeiteten genossen wir ein super Frühstück und legten uns sobald sie gegangen warfen eine Decke aufs Gras vor dem See und sonnten uns, Michael lernte. Allerdings hielten wir es max. fünf Minuten aus und dann mussten wir in den Schatten umziehen, es war einfach zu heiß und schwül. Später las ich in den Reiseführern und fing an unsere Rundreise zu planen. Ich schrieb die einzelnen interessanten Stationen auf (von denen es einfach zu viele gibt) und errechnete die Tage. Es werden ca. 1700 Meilen sein, die wir zurücklegen werden.

Am Abend als ich mich richten wollte, um in den Park und dann zum Hangar zu fahren, war plötzlich der Strom weg! Super! Ich machte mich auf die Suche nach dem Sicherungskasten, fand nur einen ziemlich veralteten Kabelsalat, von dem ich beschloss lieber die Finger weg zu lassen. Michael, den ich am Telefon gerade in einer Helikopter-Tankpause erwischte, konnte mir auch nicht weiterhelfen. Ich beschloss das viele Eis im Tiefkühlfach, das nach ca. 20 min bei der Hitze schon zu schmelzen anfing heraus zu brechen. Denn wenn das geschmolzen wäre, wäre der ganze „tolle“ Spannteppich, der intelligenterweise auch unter dem Kühlschrank und im Kochbereich verlegt war, total durchnässt gewesen. Nachdem ich es geschafft hatte, und das Eis herausgewürgt hatte, sah ich auf die Uhr und dachte, ok, den Park den machst du morgen, das geht sich jetzt alles nimma aus. Ich fuhr also mit dem Rad Richtung Hangar. Nach fünf Minuten sprang die Kette heraus. Natürlich hatte ich keine Ahnung wie man so was wieder ins Zahnrad hinein bekommt. Irgendwann schleuderte ich das Rad etwas angenervt verkehrt auf den Gehsteig, um besser an alles ran zu kommen. So sah ich auch gleich, dass man das kleine Rädchen unter dem Zahnrad am Hinterrad einfach zum Vorderrad spannen kann und so kinderleicht die Kette einfädeln kann. Das war also erledigt. Die Finger waren schwarz. Ich schwang mich aufs Rad und fuhr energisch los. Nach einer Ampel, bei der ich eigentlich nach links und dann gleich wieder nach rechts abbiegen müsste, bin ich gleich nach rechts. Die Richtung hat immer hin gestimmt, das war auch der Grund warum ich überzeugt, war die richtige Straße entlang zu fahren. Sogar auch noch, als ich schon ca. 10 min neben der US101 gefahren bin, die ich am Vortag nicht einmal gesehen hatte, bildete ich mir ein, die Kreuzung da vorn, müsste die sein, wo man links abbiegen muss. Leider war sie das nicht. Ok, alles wieder zurück. Hab ich halt einen Radausflug gemacht. Inzwischen war es dunkel und die Autos düsten an mir vorbei, ich fuhr langsamer, es wurde ziemlich gefährlich. Schlussendlich erreichte ich den Hangar und musste dort sogar noch auf Michael warten! Ich war also nicht sehr zu spät gekommen …

Beim Heimfahren entdeckten wir einen super Lebensmittelgeschäft mit einer fantastischen Auswahl an wirklich guten, qualitativen Lebensmitteln. Etwas teurer aber sicher jeden cent wert. Wir fanden sogar Soja-Würstle!! Wir kauften Soja-Wienerle, Brot, Ketchup, Senf und machten uns daheim Hot Dogs, die wir vor einem Videofilm aufm Compi genossen.


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